Zieldefinition – S.M.A.R.T.

S.M.A.R.T. sind Ziele, wenn sie

  • Spezifisch (specific)
  • Messbar (measurable)
  • Akzeptabel/erreichbar (acceptable/achievable)
  • Relevant (relevant)
  • Terminiert (timely)

definiert wurden.

SMART_Ziele

In der Praxis sind wir schon glücklich, wenn Ziele inhaltlich halbwegs verständlich formuliert wurden. Das erfüllt das erste Kriterium: spezifisch.

Messbar sind die Ziele in der Regel immer, die Frage der Maßeinheit und der Messgröße ist oft ungeklärt, sonst gäbe es wesentlich weniger Diskussionen, ob ein Auftrag (also ein Ziel) erfüllt wurde oder nicht.

Erreichbar (im englischen achievable) ist halt immer so eine Sache. Es gibt da verschiedene Auffassungen bezüglich der Komfort-Zone (aus der wir uns rausbewegen sollen), der 80/20-Regel, uvm, das im Kontext von Erreichbarkeit und realistischer Zielsetzung zu bedenken wäre. Einigen wir uns jetzt mal auf eine Kombination aus erreichbar und akzeptabel. Übermorgen eine Mondrakete fertig konstruiert zu haben ist genaus Unsinn wie bis Ende nächsten Jahres das Konzept für einen Merger zu schreiben.

Relevant – da stellt sich sofort die Frage, warum Jemand ein Ziel haben könnte das nicht relevant ist. Wie oft haben wir als Consultant schon Aufgaben/Tasks/Aufträge bekommen ohne genau zu verstehen, warum diese erfüllt werden sollen. Wenn ich nicht verstehe, warum ich etwas tun soll, wo in meiner Prio-Liste wird dieser Punkt sein Dasein fristen? Wenn ich es schaffe, das Ziel als relevant – im Sinne von „ja, es macht Sinn das zu verfolgen“ – anzuerkennen werde ich mich leichter auf den Weg machen, leichter dazu bringen, den benötigten Aufwand zu investieren. Relevant muss also auch bedeuten, dass die Personen, die an dem Ziel arbeiten, den Sinn verstehen und akzeptieren.

Terminiert bedeutet, dass ein Ziel auch neben der fachlichen Aussagekraft einen bestimmten Punkt auf der Zeitachse haben muss. Wenn dieser fehlt ist die Chance, dass wir den Weg nicht mal starten, geschweige denn, das Ziel erreichen, sehr hoch.

Warum SMARTe Ziele formulieren?

Ein Vorteil liegt in der einfacheren Kommunikation. Wir können mit Kollegen, dem Kunden oder Auftraggeber oder anderen Beteiligten über das Ziel sprechen und relativ sicher sein, dass wir zumindest eine ähnliche Vorstellung davon haben. Wenn die Vorstellung abweicht, wird zumindest recht rasch klar, dass das bisherige Verständnis des Ziels überarbeitet werden muss.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Greifbarkeit und die daraus abgeleitete relative Sicherheit des Weges. Haben wir ein klar formuliertes Ziel vor Augen, fällt es leichter darauf hinzuarbeiten, leichter Zwischenziele abzuleiten und diese für sich selbst und auch im Team anzuerkennen, mit anderen zu reflektieren und zu sehen, ob Restaufwand und Fortschrittsgrad der Erwartung entsprechen.
SMARTe Ziele erhöhen die eigene und die Motivation im Team. Mit klarer Richtung und klaren Vorgaben ziehen alle am gleichen Strang und wissen das auch.
Abhängigkeiten und Voraussetzungen sind leichter und vor allem für Jedermann nachvollziehbar abzuleiten. Die Arbeit, die in die SMARTe Forumlierung des Ziels fließt amortisiert sich schnell, je größer der betroffene Personenkreis desto schneller.

Erziehung zur Disziplin

Nicht jeder Projektleiter und noch weniger Kunden würden von sich aus SMARTe Ziele vorgeben. Oft hilft gefühlvolle Nachfrage oder auch proaktive Vorschläge, wie eine Aufgabe konkretisiert werden könnte. Eventuell ist es aber auf politischer Ebene gar nicht gewünscht oder gerade ungünstig, ein Ziel genau auszuformulieren. Gerade in größeren Vorhaben, Programmen oder Projekten gilt es manchmal Fingerspitzengefühl in der offiziellen Kommunikation walten zu lassen. In solchen Situationen kann es trotzdem hilfreich sein, für sich selbst eine SMARTe Vorstellung zu entwickeln und dieser zu folgen, bis etwas besseres/genaueres vorgegeben wird.

Der Praxistest:

  • Wähle ein in absehbarer Zeit erreichbares persönliches oder berufliches Ziel
  • Formuliere es nach den SMART-Kriterien
  • Schreibe die Zeit, die dafür notwendig ist irgendwo auf
  • Jedes Mal, wenn Du glaubst, dass durch die SMARTe Formulierung Zeit eingespart wurde (der Wochenrückblick ist genau dafür gemacht, solche Dinge zu untersuchen) notiere defensiv (besser zu wenig als zu viel) den Zeit- oder Aufwandsgewinn
  • Bei Zielerreichung wird klar, ob die Methode positiv gewirkt hat
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